Als Pflegekraft das Gehalt zu maximieren ist auf verschiedenen Wegen möglich. Die folgenden Tipps zeigen, wie es funktionieren kann.

1. Weiterbildung nutzen

Wer sich als Pflegekraft weiterbildet, verbessert die Aussichten auf ein höheres Gehalt und hat bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Wille zur Weiterbildung kann zudem neue Möglichkeiten eröffnen.

Wie sehr sich das Gehalt dadurch steigern lässt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zu diesen gehören:

– Bundesland
– Art der Weiterbildung
– bereits vorhandene Ausbildung

Eine Weiterbildung zur leitenden Pflegefachkraft kann das Gehalt deutlich erhöhen. Sie erfordert gemäß § 71 SGB XI einen entsprechenden Kurs mit einem Umfang von 460 Stunden. Kürzere Kurse können ebenfalls einen Vorteil bedeuten. Sie wirken sich jedoch in geringerem Maße auf das Einkommen aus.

2. Stellen und Arbeitgeber vergleichen

Der herrschende Fachkräftemangel erzeugt eine günstige Situation für Pflegekräfte. Hinzu kommt die große Anzahl an Einrichtungen und Arbeitgebern. Angebote zu vergleichen ist daher ein empfehlenswerter Weg, um das Gehalt zu maximieren.

Initiativbewerbungen sind ebenfalls sinnvoll, um die individuellen Möglichkeiten zu kennen. Ob es sich um staatliche oder private Anbieter handelt, der Spielraum in Bezug auf Gehalt und zusätzliche Leistungen ist oftmals größer als erwartet.

3. Gehalt verhandeln

Etwas, vor dem viele in der Pflege zurückschrecken, sind Verhandlungen bezüglich des Gehalts. Mit entsprechender Vorbereitung, Respekt und realistischen Vorstellungen steht einer Gehaltserhöhung jedoch oftmals nichts im Wege.

Im Vorfeld sollten einige Punkte klar sein:

– Wie viel verdienen andere im gleichen Beruf und demselben Bundesland?
– Gibt es bessere Angebote von anderen Arbeitgebern?
– Wie wird die bisherige Arbeitsleistung bewertet?

Ist jemand beispielsweise drei Mal in der letzten Woche zu spät gekommen, nimmt keine Fort- und Weiterbildungen wahr und zeigt ansonsten keine Motivation oder Teamgeist, hat eine Gehaltserhöhung schlechte Chancen. Ist die Arbeitsleistung hingegen hervorragend, kann mit einem besseren Einkommen gerechnet werden. Ebenso kann sich langjährige Erfahrung im Bereich der Pflege auszahlen.

Hinzu kommt, dass Arbeitgeber loyale Arbeitnehmer zu schätzen wissen. Wer die folgenden Punkte erfüllt, kann mit einer Gehaltserhöhung rechnen:

– Bereitschaft zur Fortbildung ist gegeben
– der Erfolg des Arbeitsgebers ist wichtig
– das vertraute Team wird wertgeschätzt
– Stellenangebote mit höherer Bezahlung werden als Notlösung betrachtet

4. Zusätzliche Leistungen berücksichtigen

Einige Arbeitgeber bieten zusätzlich zum Gehalt eine Unterstützung bei Fort- und Weiterbildungen, Zuschuss zu den Fahrtkosten, eine Mitgliedschaft im Fitnesscenter sowie andere Leistungen.

Wichtig ist, diese als Zusatz zu verstehen und nicht als Ersatz. Sie können eine finanzielle Erleichterung darstellen, haben jedoch keine Auswirkung auf die Rente.

5. Studium in Betracht ziehen

Wer in der Pflege bleiben, aber sich eher in die administrative Richtung entwickeln und das Gehalt maximieren will, sollte über ein Studium nachdenken. Dieses ist ohne Abitur und berufsbegleitend möglich. Es kann einen erheblichen Sprung für das Einkommen bedeuten. Mit einem abgeschlossenem Pflegemanagement-Studium liegt das durchschnittliche Jahresgehalt bei 50.900 Euro.

Fazit

Pauschale Angaben sind aufgrund der erheblichen Unterschiede zwischen den Berufen in der Pflege, den Bundesländern und bereits bei der Verdienstspanne im privaten Sektor kaum möglich. Während im Pflegemanagement bis zu 60.000 Euro Jahresverdienst gegeben sind, liegt das Gehalt einer einfachen Pflegekraft bei maximal 38.000 Euro.

Die Agentur für Arbeit sowie StepStone bieten Übersicht zu den Verdienstmöglichkeiten an und sind damit eine gute Orientierung.

https://www.curastep.de/blog/5-tipps-erfolgreiche-gehaltsverhandlung-in-der-pflege

https://www.stepstone.de/gehalt/Pflegemanager-in.html

https://www.stepstone.de/gehalt/Pflegekraft.html

Angebot und Nachfrage bestimmten den Markt

Pflegekräfte hatten schon lange nicht mehr eine so große Chance, mehr Gehalt und soziale Leistungen von ihrem Arbeitgeber für ihre guten Leistungen zu erhalten. Bekanntlich bestimmen Angebot und Nachfrage den Markt.

Der Pflegenotstand ist in aller Munde. Personal für die Pflege zu bekommen, wird nach Medienaussagen immer schwieriger. Umso erstaunlicher ist, dass viele Pflegekräfte zurückhaltend sind, was ihre Positionierung als adäquate Fachkraft betrifft. Ein Beruf, welche aus Liebe zu den Menschen ausgewählt wurde, benötigt trotzdem oder gerade deswegen eine ordentliche und angemessene Bezahlung.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es um die Bewerbung auf eine neue Stelle geht oder die Forderung am derzeitigen Arbeitsplatz nach mehr Gehalt. Ihre Chancen waren noch nie so gut. Um sein persönliches Ziel zu erreichen, sollten Sie auf die richtigen Argumente setzen.

Clevere Argumente führen zum persönlichen Erfolg

Seinen Marktwert zu testen, empfiehlt sich generell. Sich zu bewerben, ohne zwingend wechseln zu wollen, wird als das Testen des Marktwertes bezeichnet. Nach Jahren beim gleichen Arbeitgeber lohnt sich der Blick über den Tellerrand. Ein Gefühl zu bekommen, welche Chancen es bei einem Arbeitgeber gibt, ist immer eine gute Idee.

Wer seinen Wert kennt, tritt bewusster bei Verhandlungen auf. Selbstbewusstsein ist eine Grundvoraussetzung für ein gutes Vorstellungsgespräch, wie ein Gespräch mit dem Arbeitgeber über eine Gehaltserhöhung. Das Gespräch mit dem Arbeitgeber steht und fällt immer mit der cleveren und sachgemäßen Argumentation.

Gehaltsverhandlungen und ihre Geheimtipps

Ein oft gemachte Fehler. Niemals eine Untergrenze beim Wunschgehalt benennen. Besser ist es, krumme Summe zu nennen. Dies macht den Anschein, gut in der Branche recherchiert zu haben. Gehaltsverhandlungen sind nun einmal Verhandlungen. Es findet eine Annäherung statt. Wer eine Untergrenze benennt, zeigt wenig Selbstwert. Zudem nicht nur an das Gehalt denken. Ein Fahrtkostenzuschuss und mehr Urlaubsgeld machen sich genauso bezahlt. Ein Firmenwagen als Benefit ist eine interessante und lohnenswerte Angelegenheit.

Die bisherigen Berufserfahrungen und die Leistungen im Betrieb positiv herausstellen. Weiterbildungen sind zudem ein gutes Argument, um seinen Wert und somit seine fachliche Kompetenz herauszustellen. Bei einem Vorstellungsgespräch wird oftmals das bisherige Gehalt abgefragt. Nicht immer lässt sich diese Frage umschippern. Wer selbstbewusst ist, teil mit: “Einen Gehaltserhöhung von 150 Euro würde jetzt anstehen. Um zu wechseln, strebe ich persönlich jedoch eine Erhöhung von 350 Euro an.”

Die Pflegekräfte haben viel mehr Spielraum, ihre finanziellen Vorstellungen durchzusetzen. Neben einer Erhöhung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollten Fragen der Altersversorgung genauso mit auf den Tisch. Die Zeiten waren nie besser!

Die Gehälter von Pflegekräften in Deutschland differieren stark voneinander. Abhängig ist die Höhe des Gehalts unter anderem von der genauen Tätigkeit bzw. der Ausbildung der Pflegekräfte, sowie davon, in welchem Bundesland die Pfleger arbeiten.

Mindestlohn bei Pflegern

Das Pfleger Gehalt in Deutschland muss mindestens dem für die Berufsgruppe geltenden Mindestlohn entsprechen. Dieser ist für Beschäftigte von Pflegebetrieben, die zum Großteil pflegerische Tätigkeiten in der ambulanten, teilstationären oder stationären Grundpflege erbringen, geregelt. In den alten Bundesländern und in Berlin beträgt der Mindestlohn für Pfleger derzeit 10,55 Euro und in den neuen Bundesländern gibt es für Pfleger einen Mindestlohn von 10,05 Euro.

Tarifverträge für Pflegeberufe

Derzeit arbeiten in Deutschland lediglich rund 20 Prozent der Altenpfleger tarifgebunden. Im Hinblick auf das Gehalt von Krankenpflegern, schließen der Bund, die Länder, Kirchen, private Träger oder Gemeinden jeweils eigene Tarifverträge für ihre Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken oder andere Einrichtungen ab. Hinsichtlich der ambulanten Pflege gibt es bislang leider nur wenige tarifvertragliche Vereinbarungen zugunsten der Pflegekräfte.

Angestellte Pflegehelferinnen und – helfer, die unter den Geltungsbereich des Tarifvertrages für den Öffentlichen Dienst in Krankenhäusern und Pflege- und Betreuungseinrichtungen fallen, bekommen ein Anfangsgehalt von 2178 Euro brutto und können insgesamt bis 2815 Euro brutto verdienen. Pfleger und Pflegerinnen, die auf eine mindestens dreijährige Ausbildung zurückblicken können, sowie Altenpfleger mit tariflicher Bindung können zwischen 2712 und 4961 Euro brutto verdienen.

Verdienstunterschiede Frau/Mann

Der allgemeine Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen lag im Jahr 2018 bei 21 Prozent. Dieser Wert bezieht sich auf alle Branchen in Deutschland und soll nur als Referenzwert dienen.

Regionale Verdienstunterschiede

Die regionalen Entgeltunterschiede in der Pflegebranche sind mitunter erheblich. Das mittlere Bruttogehalt der Fachkräfte in der Altenpflege beträgt in Ostdeutschland rund 2211 Euro. Knapp 20 Prozent mehr, also 2.737 Euro brutto bekommen Fachkräfte in der Altenpflege in Westdeutschland. Auch in der Krankenpflege ist ein Verdienstunterschied zwischen Westen und Osten zu verzeichnen. Fachkräfte in der Krankenpflege bekommen im Osten durchschnittlich rund 11,6 Prozent weniger als Fachkräfte im Westen.

Nettolohn von Pflegern

Das Altenpfleger Gehalt in Deutschland liegt für Fachkräfte im Durchschnitt bei 2621 Euro brutto. Ein Krankenpfleger Gehalt netto liegt zwischen 1800 und 2300 Euro. Helfer in der Kranken- und Altenpflege verdienen 1870 bis 2478 Euro brutto.
In ihrer Ausbildung bekommen Pflegekräfte im ersten Jahr ihrer Ausbildung im Durchschnitt rund 1040 Euro pro Monat. Im zweiten und dritten Lehrjahr sind es rund 1100 und 1200 Euro brutto.

Arbeitszeiten

In der Pflege kommt es regelmäßig zu Wochenendarbeit. Auch Schichtdienste und Nachtdienste sind besonders in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen üblich. Neben Vollzeitbeschäftigungen gibt es auch zahlreiche Teilzeitarbeitsmodelle in der Pflege. Auch neue Arbeitszeitmodelle werden in den Pflegeberufen immer häufiger ausprobiert.

Quellen:

Statistisches Bundesamt: Destatis Tarifstatistiken

Statistisches Bundesamt: Destatis Pressemittleiung